Upgrade Windows Hyper-V Server 2008R2 zu 2012R2

Beschreibung:
Ein Hyper-V Server läuft unter Windows Server 2008R2.
Darauf laufen folgende virtualisierten Maschinen:

  • Domaincontroller auf Windows Server 2008R2
  • MS Exchange 2010 auf Windows Server 2008R2
  • Applikationsserver auf Windows Server 2012R2
  • Windows Server 2016TP3
  • Windows 10 TP
  • Linux Webserver

Der Hyper-V Server ist nicht Mitglied der Domäne und soll von Windows 8.1 Arbeitsstationen mittels den mitgelieferten Boardmitteln verwaltet werden können.
Da mit dem Hyper-V Manager auf Windows 8.1 keine Hyper-V V2 Server verwaltet werden können, soll ein Upgrade auf Windows Server 2012R2 erfolgen.
Auch Überlegungen hinsichtlich der zukünftigen Verwendung von neuen und verbesserten Funktionen des Windows Hyper-V V3 waren Grund für ein Upgrade.

Tätigkeiten:

Vor dem Upgrade:

  • Liste aller installierter Software erstellen, inkompatible deinstallieren
  • Alle ausstehenden Updates einspielen mittels Windows Updates
  • Alle virtuellen Server ausschalten und deren Einstellungen "Automatische Startaktion" auf "Keine Aktion" setzen.
  • Vollständiges Backup durchführen

Upgrade durchführen

Nach dem Upgrade:

  • Funktionstests
  • Eventlogs kontrollieren
  • Konfiguration für Remote-Management durchführen
  • Integrationsservices in den virtuellen Maschinen aktualisieren
  • zuvor deinstallierte Software in kompatibler Version installieren

verwendete Systeme:
Windows Server 2008R2 Enterprise
Service Pack 1
Deutsch
64 Bit
-> zu Windows Server 2012 R2 Standard

IBM x3650 m5
2x Xeon E5-2640v3 2.6GHz
32GB RAM
RAID1 + RAID5

Die Verwaltungseinstellungen wurden mit dem Script hvremote.wsf vorgenommen.

Anmerkung zum In-Place-Upgrade:
Generell war ich in der Vergangenheit eher kein Fan von In-Place-Upgrades.
Dies war durch meine Erfahrungen mit Windows Server 2000/2003 Upgrades und einigen Client-Upgrades begründet.
Da ich nun zu einem Projekt kam bei dem keine zeitkritischen Anwendungen und Services liefen und in der Sommerpause es auch kein Problem darstellte wenn die Server einige Tage nicht erreichbar wären, entschloß ich mich ein In-Place-Upgrade zu wagen.
In erster Linie wollte ich sehen ob der In-Place-Upgrade-Prozess verbessert wurde und ich es erfolgreich abschließen könnte, bzw. welche Fehler und Probleme auftreten würden.
Da vor dem Upgrade ein Backup erstellt wurde, könnte im Worst-Case eine komplette Wiederherstellung durchgeführt werden.

Anwendungen (hauptsächlich im Bereich Verwaltung und Monitoring) bei denen eine höhere Version für w2k12R2 erhältlich waren wurden vor dem Upgrade de- und danach wieder installiert.
Anwendungen bei denen aus lizenztechnischen Gründen keine anderen Versionen verfügbar waren bzw. bei denen nicht klar war ob sie auf w2k12R2 laufen würden wurden belassen.

Obwohl das Upgrade rasch und recht reibungslos durchgelaufen ist, gab es letztendlich doch einige Fehlermeldungen im anschließenden Betrieb. Ob es noch irgendwo in den Tiefen des Systems Reste des ursprünglichen OS gibt, die bei späteren Konfigurationsänderungen oder Updates Probleme verursachen könnten ist natürlich nicht abzusehen.
Bei zeitunkritischen Upgrade-Projekten würde ich eine Neuinstallation vorziehen, oder evtl., wenn entsprechende Ressourcen vorhanden sind, eine Kombination aus Replication/Swing-Upgrade (notfalls mit vorangehendem In-Place-Upgrade um eine Replication zu ermöglichen). Diese Entscheidung ist allerdings sehr situativ zu treffen und soll keine allgemeine Empfehlung sein.